Freitag, 1. August 2014

Zucchini, Zucchini, Zucchinifrittata


Ich bin Zucchinianfängerin und bei zwei Pflanzen auf dem Balkon hätte ich niemals gedacht, dass man da so viele Früchte ernten kann. Wie muss es dann erst im Garten sein, wenn die Pflanzen doppelt so groß werden und wahrscheinlich auch doppelt so viele Früchte abwerfen. Was aber machen mit so vielen Zucchinis? Eintuppern? Verschenken? Ans Meerschweinchen verfüttern?

Wahrscheinlich haben Menschen, die so viele Zucchinis ernten auch doppelt so viele Rezepte auf Lager, denn Zucchini gegrillt oder gebraten ist wirklich lecker aber auf Dauer gähne ich herzhaft bei immer derselben Zubereitungsart. Deshalb muss dringend Abwechslung her.

Die letzten drei Wochen habe ich ein paar Zucchinirezepte ausprobiert und bin von einigen ganz begeistert. Das Rezept, das ich euch heute vorstelle, ist wirklich schnell gemacht und es ist ... ihr werdet es nicht glauben... mit Zucchini nur das man die Zucchini nur ganz leicht herausschmeckt.


Zucchinifrittata



für 2 Personen
Zubereitungszeit etwa 30 Minuten


Zutaten
4 Eier
2 EL Joghurt
50g Schafskäse
200g Zucchini
1 Zwiebel
1 Dose Mais
2 EL Olivenöl

Gewürze
Salz
Pfeffer
Muskat
Thymian vom Balkon
Knoblauchpulver

Zubereitung


Zunächst werden die Eier mit Salz, Pfeffer und Muskat und mit dem Joghurt in einer kleinen Schüssel mit einer Gabel. Der Schafskäse wird dann darauf zerbröselt. Die Zucchini und die Zwiebel werden geschnitten. Die Zucchini können in 1/2 cm dicke Scheiben geschnitten werden. Die Zwiebel so klein wie möglich schneiden.

Zucchini und Zwiebel in Olivenöl anbraten, mit Knoblauchpulver, Salz und Pfeffer bestreuen und den Mais und Tymianblätter zugeben und 2 Min anbraten.

Die Schafskäse-Joghurt-Eimischung dann darauf geben. Ganz wichtig ist, dass man das ganze dann für ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze auf dem Ofen fest werden lässt und dann für 10 Minuten in den Ofen stellt (180 Grad) und dort backen lässt.

Fertig ist die Frittata. Lecker. Man kann sie natürlich noch mit frischen Thymianblättchen garnieren. Dazu gibt es Salat nach Belieben und vielleicht einen frischen Kräuterquark.




Samstag, 5. Juli 2014

Der Radieschenbaum

Kennt ihr das? Ihr sitzt mit Freunden und Bekannten zusammen und esst Chips und Süßigkeiten, die Schüssel lehrt sich in rasantem aber gleichmäßigen Tempo. Es sind nur noch drei Süßigkeiten in der Schüssel. Jemand Beherztes gibt sich einen Ruck und greift zu. Nur noch zwei Süßigkeiten. Es erbarmt sich jemand und kaut beflissen aber heimlich.
Nun ist sie da: Die Situation vor der sich alle fürchteten, die aber unausweichlich bleibt. Die Letzte Süßigkeit liegt in der Schüssel. Ob es die Höflichkeit gebietet, ob es der Respekt vor dem letzten Stück ist, die Angst vor der Leere, die Hoffnung auf mehr oder die Hochachtung vor dem, was einst existierte? Häufig führt dieses letzte Stück zu falschen Bescheidenheidenheitsdiskussionen. "Bitte!" sagt der eine, "Nimm du!" sagt der andere "Nein du!". Was aber auch vorkommt - und das ist aus meiner Erfahrung oft der Fall: Das letzte Stück bleibt einfach liegen. Als Test für die Selbstbeherrschung.

So ähnlich ging es mir mit den Radieschen dieses Jahr. Ich pflückte sie mit Gärtnerstolz, schnitt sie auf, erntete den nächsten Tag ein neues und der Balkonkasten leerte sich allmählich. Bis auch hier das unausweichliche Erwartete eintrat: Das letzte Radieschen, ein im Vergleich zu den anderen eher mickriges und kümmerliches Exemplar, stand dort. Allein im Kasten. Ich kann euch nicht genau sagen, was es war, das mich dazu bewog. Ich dachte nicht darüber nach. Ihr könnt es euch wahrscheinlich denken. Es blieb einfach stehen.




























Was dann passierte, übertraf alles, was ich erwartet hätte: Das Radieschen wuchs, glücklich über die ihm zuteil kommende Sonne und den Platz, den es beanspruchen durfte. Es wuchs enorm schnell. Es wurde größer als die Paprikapflanzen, größer als die Tomaten und überragte zuletzt sogar den Borretsch. Wenn doch nur die letzte Süßigkeit in der Schüssel so wachsen würde...




Als es ca. 70 Centimeter erreicht hatte, sah es aus wie ein ungelenkes, staksiges, eher ungraziöses Pflanzending. Eigentlich wollte ich es herausreißen, aber dieser Wille zum Leben in Größe weckte meine Anerkennung und ich stützte es mit einem Bambusstab. Als es 1 Meter groß war, bildete es 12 Blütenstämme aus. Schon jetzt war es die größte Pflanze auf dem Balkon und kaum zu übersehen. Ich wurde neugierig darauf, wie es aussehen würde, wenn es blüht. Als es dann die Größe von 1,10 Metern erreichte, blühte es für eine Woche staksig und langgliedrig zauberhaft und verlor all die weißen Blüten, sodass der Balkon und ein Teil des Geländers mit weißen Blütenblättern bedeckt war. Ich fegte sie fluchend weg, konnte es aber immer noch nicht entfernen. Ich muss unbedingt noch wissen, wie die Früchte aussehen und ob man wirklich Samen von diesem Riesenradieschen ernten kann.

Ich weiß noch nicht, wie es enden wird. Eins weiß ich aber genau: Wenn dieses Riesenmammutradieschen endlich soweit ist, dann werde ich "Baum fällt!" rufen und hoffen, dass es niemanden erschlägt!





































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