Samstag, 5. August 2017

Tomaten auf dem Balkon ernten - Tipps für Anfänger


Das wär doch was: Einfach auf den Balkon gehen und ernten, was gleich zum Abendbrot auf den Teller kommt, oder? Wie wäre es mit Tomatenbruschetta oder einem Tomatensalat mit Coutons oder Mozzarella mit Tomaten und frischem Basilikum?

Geht ganz einfach, würde ich sagen...naja, ein paar Dinge sollte man beachten. Hier die fünf Tipps, die ich einem Tomatenanfänger geben kann. Ich habe jedes Jahr Tomaten auf meinem Balkon und es klappt recht gut.

 

 

1. Nutze große Gefäße!


Bei der Wahl des Topfes fängt es an. Je größer das Gefäß, desto mehr Nährstoffe bekommt die Pflanze. Hier zwei Tomatenpflanzen im Vergleich. Dieselbe Anzucht, dieselbe Sorte, derselbe Standort und auch die Düngung war dieselbe. Nur die Größe des Topfes ist unterschiedlich. Ihr seht selbst wie stark die Pflanze geworden ist, die im großen Topf steht und wie klein und mickrig die andere blieb.


Als Gefäße eignen sich besonders gut große Eimer, Kisten oder Töpfe in allen Materialien. Ganz gut sind schwerere Töpfe, da die Pflanzen mit Tomaten zum Umkippen neigen. Je schwerer der Topf, desto stabiler der Stand des Topfes.


Tomatenfrüchte der linken Tomatenpflanze in einem großem Topf - mind. 20 Liter

Tomatenfrüchte der rechten Tomatenpflanze in einem kleinem Topf


2. Dünge deine Tomatenpflanzen!


Tomaten sind Starkzehrer, d.h. sie brauchen viele, viele, viele Nährstoffe. Es gibt unter Tomatenfreunden den Tipp unter jede Tomatenpflanze eine toten Fisch zu legen, damit die Pflanze davon zehren kann. Wer gerade keinen toten Fisch hat oder auch wegen des Duftes auf Pferdeäpfel verzichten möchte, der nutzt einfach Hornspäne (eine kleine Schaufel in die Erde) oder normalen Blumendünger. Es muss aus meiner Erfahrung noch nicht mal Tomatendünger sein.


Aber Achtung: Man kann auch zu viel düngen. Das erkennt man daran, dass die Blätter weißlich werden. Die Pflanze verbrennt dann quasi von innen. Am besten also gut lesen, was auf dem Dünger steht.

 

3. Ausgeizen!


Ja, was ist das denn jetzt? Die meisten, die schon einmal Tomaten gepflanzt haben, kennen es schon...Ich sag dazu immer "Achselhaare der Tomate entfernen".
Im Grunde geht es darum, dass die Pflanze ihre ganze Kraft in die Früchte gibt und nicht in die Blätter. Deshalb werden überschüssige Blättertriebe entfernt.
Die Tomate besteht aus Stängel und Seitentrieb. Wenn in der Achsel zwischen Stängel und Seitentrieb dann noch ein kleiner Trieb kommt, dann wird dieser einfach mit Zeigefinger und Daumen abgeknipst.

Damit man keine Blütenstängel abknipst, sollte man diesen Achseltrieb einfach ein wenig wachsen lassen, um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um ein "Achselhaar" und keine Blüte handelt.



Übrigens: Die abgeknibsten Geiztriebe kann man wunderbar als Mulch verwenden, d.h. man legt sie der Tomate quasi zu Füßen. Die mögen das.
Oder man lässt diese Triebe wieder als Stecklinge treiben und stellt sie dazu eine Woche ins Wasser, bis sie anfangen Wurzeln zu bilden. So hat man schnell noch eine neue Tomatenpflanze.


 

4. Kein Wasser von oben!


Tomaten sind Diven. Man könnte auch sagen sie sind aus Zucker. Sie mögen einfach keinen Regen! Wenn man durch eine Kleingartensiedlung geht, sieht man häufig die kreativsten und schönsten Häuschen und Unterstände, die die Gärtner für ihre Tomaten gebaut haben. Es gibt sogar Tomatenregenschirme...ehrlich! Da ich eine Loggia als Balkon habe und deshalb automatisch ein Dach über den Tomaten war das nie ein Thema bei mir, aber bei einem Balkon, der von oben eine ganze Menge Wasser abbekommt, sollte man eine Lösung finden. Es gibt auch kleine Gewächshäuser für den Balkon. Ansonsten: Tomatenpflanzen an die Wand stellen, dann sind sie auch ein wenig geschützt.


Es gibt auch Gärtner, die gute Erfahrungen ohne Regenschutz machen. Ausprobieren lohnt sich. Wenn es aber zu einem Schimmelbefall kommt oder die Tomaten ihre Blätter hängen lassen, wisst ihr woran es liegt... Tomaten mögen nur Wasser von unten und davon auch gerne viel und regelmäßig!

 

 5. Tomaten hoch binden!


Tomaten sind eigentlich Sträucher. Wenn man sie lässt, dann wuchern sie einfach so über den Boden und werden buschig. Erstens sind dann die Früchte auf dem Boden, was eher zu Schimmelbefall führt und zweitens brauchen die Früchte Sonne, damit sie süß und schmackhaft werden. Man bindet Tomatenfrüchte also der Sonne entgegegen. Und auch da gibt es viele, viele Methoden. Mit Bändern, die von oben herabhängen, mit verschiedensten Stöckern, gedrehte und nicht gedrehte, an Hauswänden und Zäunen...und und und. Ausprobieren und ein bisschen kreativ sein hilft in dem Fall der Tomate und macht Spaß.



Ich bevorzuge Stöcker, an denen ich die Tomaten mit Bändern oder Draht festbinde. Da gehen sogar welche, die ich selber gefunden habe. Aber gerade und lang sollten die Stöcker schon sein. Tomaten werden bis zu drei Metern hoch, je nach Sorte....Draht schnürt die Pflanze recht stark ein. Einfacher Baumwollfaden ist am besten. Wenn der Wind kommt ist so noch genug Spiel, dass die Tomatenpflanze sich bewegen kann und sich dadurch nicht verletzt.

Übrigens: Es gibt auch extra Buschtomaten, die man nicht hochbinden muss oder Hängetomaten. Für den Stadtbalkon mit wenig Platz bestimmt eine gute Idee. Einfach ausprobieren...


Möchtest du noch mehr über Tomaten wissen? Dann schau doch mal hier:

Samen aus Tomaten gewinnen

Kartoffeln mit Kräuterquark, nussigem Tomatensalat und Räucherlachs

Steckbrief Thymian - Pastaaufwerter und Tomatenfreund

Sonntag, 30. Juli 2017

Kohlrabiernte

Sehr lecker, ein bisschen scharf und schön saftig. So schmeckten die Kohlrabi, die ich diese Woche vom Balkon geerntet hatte. Bisher habe ich zwei geerntet.
Meine Vermutung war, dass die blauen Kohlrabi auch von innen blau sind... aber weit gefehlt. Sie sehen genau so aus, wie grüne Kohlrabi.

Es hatten sich zwei kleine Raupen von einem Kohlweißling in den Blättern eingenistet, die genüsslich kleine Löcher in die Blätter hineingeknabbert haben. Als heute ein weißer Schmetterling die übrig gebliebenen Pflanzen absuchte war mir auch klar, woher sie stammen. Einige sahen aus wie ein Schweizer Käse. Das tat den "Früchten" Gott sei Dank nichts und die Raupe hatte ein wenig zum Essen.

Sollten es aber mehr Raupen sein, die sich von dem Kohlrabi ernähren, dann wird es für den Kohlrabi schwer Photosynthese zu betreiben und genügend Kraft aus der Sonne zu tanken -  bei so vielen Löchern!

Raupen sind gefräßige kleine Dinger.










Sonntag, 16. Juli 2017

Blauer Kohlrabi wird dick

Der blaue Kohlrabi sprießt und gedeiht.
Allerdings hätte ich die Kohlrabis ein wenig weiter auseinander pflanzen sollen. Ich habe festgestellt, dass in einem Blumenkasten drei Kohlrabis perfekt wären, denn die anderen Kohlrabis rechts werden nicht wirklich dick.

Ein Abstand von 10 cm reicht also nicht wirklich. Es müssten schon 15-20cm sein.
Seltsamer Weise denkt man als Anfängergärtner immer, dass man viele Pflanzen säen sollte und viele eng beieinander stehen müssen, damit man viel erntet. Das passiert mir auch immer wieder, besonders wenn man so wenig Platz hat wie auf einem Balkon. Und dann stelle ich immer wieder fest, dass sie doch zu eng stehen und einfach mehr Platz brauchen, die lieben Pflanzen.

Meine Hoffnung ist nun, wenn ich die vordere Reihe ernte, dass die anderen Kohlrabis hinten noch dicker werden, weil sie dann ganz viel Platz und Nährstoffe haben.  

Ob die wohl schmecken? Ich bin sehr gespannt, wie sie von drinnen aussehen werden. Was meint ihr...sind die von drinnen auch blau?










Samstag, 1. Juli 2017

Die schönsten Blumenfotos von meinem Balkon

Wenn man das Wort "Balkon" hört, denkt man vielleicht an eine Kiste Bier kaltstellen, an Raucher an der frischen Luft, an Holzstühle und vielleicht an Balkonkästen mit Blümchen darin. An Obst- und Gemüsezucht und an Kräuterbeete denkt man erst einmal nicht. Deshalb fand ich es bisher besonders spannend über Obst-, Gemüse- und Kräuterzucht zu schreiben. Die Blumen habe ich sehr vernachlässigt (und auch die Bierkisten kamen bei mir irgendwie nicht vor).

Ich hatte während der Jahre nun schon die verschiedensten Blumen und habe sie immer fotografiert aber die Fotos nie veröffentlicht. Sie sind unbearbeitet - kein höherer Kontrast, keine nachträgliche Unschärfe, keine nachträgliche Veränderung des Ausschnittes. Sie sind einfach so, wie sie sind.

Ich finde es ist höchste Zeit Euch die schönsten Blumenbilder zu zeigen, die ich nun über ein paar Jahre gesammelt habe aber nie gepostet habe, weil sie irgendwie nie zu meinen aktuellen Themen passten.

Also, tada... da sind sie!




 



Samstag, 24. Juni 2017

Blauen Kohlrabi auf dem Balkon pflanzen

Blau ist die Farbe der Sehnsucht, des kühlen Meeres, des wolkenlosen Himmels. Blau, blau, blau sind alle meine Kleider...das schon. Aber wer denkt bei der Farbe Blau an Kohlrabi bitte? An die Schlümpfe denkt man da ...aber nicht an Kohlrabi!

Im Moment sind es noch sechs kleine Pflänzchen in einem länglichen Balkontopf. Ich bin gespannt, ob sie bald dick und knollig werden. Es soll wohl so sein, dass Kohlrabi, wenn er zu dicht gepflanzt wird (was auf dem Balkon nicht zu vermeiden ist) längliche, zylindrische Knollen ausbildet.

Neben 30 grünen Kohlrabisorten sind in Deutschland sogar 15 blaue Sorten bekannt. Nur seltsam, dass man sie nicht im Supermarkt bekommt. Auch auf dem Markt habe ich sie noch nie gesehen.
Also, höchste Zeit es aus zu probieren.

Dieses Jahr haben wir Schlumpfkohlrabi.





Donnerstag, 22. Juni 2017

Idee zum Gärtnern mit Kindern auf dem Balkon

Wenn man zwei Jahre alt ist, dann kennt man schon Erdbeeren und Blaubeeren (die schmecken nämlich wirklich gut) und vielleicht hat man schon einmal eine Schnecke in Omas und Opas Garten beobachtet. Aber selber gesät? Na, das muss doch mal ausprobiert werden.
Meine kleine Tochter hat letzte Woche ihren eigenen kleinen Garten bekommen. Garten ist übertrieben, aber einen Platz auf meinem Balkon, ihr eigenes, kleines Fleckchen Erde. Sie hat die Erde in den Topf geschaufelt und festgeklopft, dann die Samen gesät und die alles am Ende mit ihrer Minigießkanne gewässert.

Gesät haben wir Kresse, weil sie einfach so wunderbar schnell wächst und man ihr dabei quasi jeden Tag aufs Neue zusehen kann.
Die Beschriftung durfte auch nicht fehlen (könnt ihr doch lesen, oder?) und das Windrad...na klar! Das musste auch noch mit in ihren "Garten" gesteckt werden.

Ich kann mir übrigens auch gut vorstellen, dass man mit älteren Kindern gut Herzen oder Kreise mit Kresse aussähen kann.
Ein bisschen früher im Jahr wären Radieschen bestimmt auch richtig toll.





Jeden Tag gucken wir nun aufs Neue, was ihr "Garten" gerade macht. Sie zeigt häufig darauf und sagt "groß!". Das Schönste wäre wirklich, wenn noch eine Schnecke darin wohnen würde oder ein Marienkäfer dort seinen Stammplatz zum Relaxen hätte. Vielleicht finden wir ja irgendwo noch einen kleinen Bewohner...
 



Übrigens: Das mit dem Erdeschaufeln ist bei kleinen Kindern überhaupt kein Problem. Das üben sie ja schließlich jeden Tag auf dem Spielplatz! Trotzdem übt es immer wieder eine enorme Faszination aus. Da kann man dann mal wieder sehen, wie nah man mit dem Buddeln und Schaufeln und in der Erde wühlen am eigentlichen Ursprung des Menschen ist.

Samstag, 17. Juni 2017

Tropfenperlen

Es sieht so wunderbar aus, wenn der Regen die Pflanzen herunter tröpfelt - wie kleine Diamanten oder durchsichtige Perlen, die man abgepflückt zu einer glänzenden Perlenkette knüpfen könnte. Schmuck für den Schnittlauch und die Kapuzinerkresse. Als wenn sie heute abend ausgehen wollen, sich frisch geduscht die teuren Glitzerklunker umgehängt haben.