Dienstag, 4. März 2014

Salat (1) - Steckbrief Salat

Pflücksalat
Zum Salat gehören nicht nur Pflanzen aus der Familie Lactuca, sondern auch Endivie, Zichorie, Rauke, Portulak, Feldsalat, Spinat und sämtliche Keimlinge, wie z.B. Erbsen - Pak Choi- , Senf-, oder Rettichkeimlinge...und dann gibt es noch Salatmischungen und Babyleafsalate und Spargelsalat, Bindesalate, Radicchio, Romanasalat, Kochsalat und Frisee. Alles klar?

Salat ist vielfältig und im Allgmeinen könnte man sagen: Salat ist Blattgemüse. Ob diese Definition aber diese Vielfalt beschreibt, wage ich zu bezweifeln.

Lactuca Sativa


Um ein wenig Licht in den Salatdschungel zu bringen, mache ich es mir zunächst einfach und schaue nur auf die Lactuca sativa aus der Familie der Kobblütler.

Gemeinsamer Uropa dieser Art ist der Kompasslattich (Lactuca serriola), den man auch hierzulande als Unkraut aus dem Garten entfernt. Aus ihm entwickelten sich Kopf-, Eis-, Romana- und Pflücksalate. Lactuca enthält das lateinische Wort lac, was soviel wie Milch bedeutet. Tatsächlich enthalten alle Lactucaarten einen weißen Milchsaft. Im Mittelalter half dieser Saft gegen Nervosität. Auch heute noch gilt Salat als appetitanregend und beruhigend.

Allen diesen Arten ist gemein, dass sie "schossen". Das bedeutet, dass sie im Sommer einen Blütenstängel bilden woraufhin die Blätter Bitterstoffe entwickeln und nicht mehr schmecken. Deshalb gibt es im Handel oft Sorten, die darauf gezüchtet sind erst spät im Jahr zu schossen. Äußere Blätter enthalten mehr Vitamine als die inneren und es gilt den Salat nach der Ernte so schnell wie möglich zu verspeisen, denn je älter der Salat, desto weniger Vitamine sind vorhanden.

Salat anbauen - einige Tipps

  • Direkt gesäter Salat soll widerstandsfähiger gegen Blattläuse und schossen sein, deshalb ist es besser Salat einfach direkt dort einzusäen, wo er auch geerntet werden soll. Er bildet dann längere Wurzeln.
  • Salat gehört zu den Mittelzehrern. Das bedeutet er hat mittlere Nährstoffansprüche an den Boden. Ich selbst habe bei Pflücksalat gute Erfahrungen mit normaler, frischer Blumenerde gemacht.
  • Salat keimt schlecht über 20°C.
  • Er braucht viel Wasser und sollte nie austrocknen, weil er dann schön zart bleibt.
  • Am besten weist man ihm einem sonnigen Standort zu. Er gedeiht aber auch in leichtem Schatten. Erfahrungsgemäß wächst er dann aber halb so schnell.
  • Beim Ernten am besten die Herzblätter stehen lassen, denn dann kann man Pflück- und Schnittsalat öfter beernten!
  • Achtung: Es gibt blattlausresistente Sorten - darauf sollte man wirklich achten, wenn man Salatshoppen geht! 

Speziell für den Kübel

 

Viele meiner Mitblogger und einige Fachliteraturautoren haben besonders gute Erfahrungen mit Pflück- und Schnittsalaten auf dem Balkon gemacht. Sie lassen sich im Vergleich zu Kopfsalaten relativ schnell beernten. Die Erntezeit erstreckt sich über Monate. Deshalb habe ich selber auch noch gar nicht versucht Kopfsalate auf dem Balkon zu pflanzen. Bei den Salatvarianten, die dann noch übrig bleiben, habe ich aber noch nie etwas vermisst.


Zum Weiterlesen:

Salat auf dem Balkon ernten
Salat (2) - Welche Sorten eignen sich für den Balkon? 
Salat (3) - Selbstversorgung mit Salat auf dem Balkon? 

Montag, 3. März 2014

Salat auf dem Balkon ernten



Salat funktioniert! Das weiß ich aus meinem letzten Balkonjahr. Salat funktioniert sogar richtig gut! Er ist das perfekte Gemüse für Ungeduldige, denn er keimt schnell und wächst dementsprechend flink. Er ist vielfältig und er ist grün und wenn man keine Schneckenfamilie auf seinem Balkon hält, gibt es wenige unliebsame Mitesser, die einem das eigene Essen streitig machen. Einige Sorten kann man nach dem CCA-Prinzip (Cut and Come Again) der Engländerin Joy Larkcom ernten. Das bedeutet, dass man die Pflanze beerntet und sie nachwachsen lässt, sie danach beerntet und sie nachwächsen lässt und sie danach wieder beerntet und...so weiter! Nicht alle Salatsorten gehören zur Spezies "Einweggemüse"und genau das macht Salat attraktiv für den Kübelbauern.
Salat gehört zu den Nutzpflanzen, die sich auf dem Balkon wirklich rentieren könnten. Und - seien wir ehrlich - Salat ist eines der Balkonernteerzeugnisse, die frisch geerntet WIRKLICH besser schmecken als alles, was man sonst im Supermarkt bekommt. Es sind frische Vitamine C und B darin enthalten, die nicht durch eine endlose, langwierige Kühlkette malträtiert wurden und sich am traurigen Ende in der eingeschweißten Plastiksupermarktvariante verflüchtigt haben. Als ich letztes Jahr Salat von meinem Balkon probierte, dachte ich: "Salat schmeckt ja!". Für den Markt und den Verkauf werden nur bestimmte, sehr resistente, unverderbliche Sorten angebaut. Viele Sorten bekommt man deshalb erst gar nicht.

HIER kommt der Balkon ins Spiel!

Salat vom Balkon ist nicht nur quantitatives Zellulosefundament für anderes, nettes Salatgemüse, das man möglichst in viel Soße ertränkt. Nein, Salat vom Balkon trägt auch geschmacklich zum Genuss des Essens bei.
Wer jetzt glaubt, Salat wäre ein einfaches Thema ("Der ist ja nur grün und blättrig"), der hat auf der einen Seite recht, denn man sät ihn und erntet ihn - unkompliziert! Auf der anderen Seite gibt es aber wirklich viele Sorten und einiges darüber zu wissen. Dies ist auch der Grund dafür, dass ich mich bisher sehr erfolgreich um das Thema herumgeschlichen habe, da es doch komplexer ist, als man zunächst glaubt...Neben dem Anbau von Kräutern und einigen Gemüsesorten ist es aber, wie ich finde, eines der wichtigsten Themen für den Nutzbalkon.
Deshalb habe ich beschlossen dem Thema einfach mehrere Artikel zu widmen und das Salatthema in der Frühlingsaufbruchsstimmung endlich einmal anzugehen:

  1. Steckbrief Salat
  2. Welche Sorten gibt es und welche eignen sich davon für den Balkon?
  3. Wie schaffe ich es, Salat das ganze Jahr über ernten zu können? Ist das überhaupt möglich?
  4. Was mache ich gegen Blattläuse auf dem Salat?
  5. Wie sieht eigentlich der perfekte Salat nachher auf dem Teller aus? Aus welchen Teilen besteht er?